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Mrz

Stabil durch die Krise: Vom Umgang mit der Angst und guter Krisenkommunikation

Im Moment erleben wir die wohl spannendste (und gleichzeitig herausforderndste) Zeit seit einigen Jahrzehnten. Wir wollen gar nicht inhaltlich in die Tiefe dessen gehen, was gerade passiert. Davon lesen und hören Sie sicherlich auf allen Kanälen genug. Wir freuen uns sehr, dass unsere telefonischen Sparrings für Unternehmer und Führungskräfte so gut angenommen werden. Stabilisierung im Umgang mit der Ungewissheit und dem verantwortlichen Ausfüllen der Führungsrolle wird in diesen Tagen scheinbar dringend gebraucht. Wir möchten mit diesem Artikel kurz und prägnant Krisenunterstützung geben, da wir spüren, dass der Umgang mit Angst noch ungewohnt ist.

Wir kommen direkt auf den Punkt: im Moment geht es um Entängstigung. Krisen setzen Ängste frei, das ist ganz normal. Existenzielle Ängste um Arbeitsplatzverlust, die eigene Gesundheit und die der Anderen, die Ungewissheit, wie und wann es weiter geht. Diese Ängste sind da und brauchen einen Umgang. Für Ihre Führungsrolle kann das bedeuten:

ZULASSEN und DA SEIN

Selbst wenn Sie nicht präsent sein können, weil Ihr Team im Home Office arbeitet, ist Ihre (digitale) Präsenz bei Bedarf gefragt. Ihr Grundvertrauen und Ihre Zuversicht geben dem Team Orientierung und Stärkung und machen das Aushalten der momentanen Situation leichter. Wenn Sie im Gespräch mit Mitarbeitern sind, heißt es dabei nicht, dass Sie auf Angst eine Lösung haben sollen oder müssen. Wo Ängste im vertrauten Umfeld des Teams in Worte gefasst werden und ihren Platz haben dürfen, verlieren sie ihre Macht und Steuerung. Jeder hat seine eigenen Abwehrmechanismen, um die Angst zu verschieben. Bleiben diese unbewusst, kommt es zu körperlicher Anspannung, Tunnelmodus oder Panik. Wenn Angst besprechbar wird, entweicht mit ihr die körperliche Anspannung und Menschen kommen aus dem Panikmodus heraus, innere Gelassenheit kann eintreten. Ein klarer Kopf und bedachtes, überlegtes Handeln werden so leichter.

UNSICHERHEIT AUSHALTEN

Unsicherheit aushalten sagt sich leichter als es umsetzbar ist. Was dabei unterstützt, ist das (Wieder)- Entdecken der eigenen Ressourcen. Krisenkompetenz hat meist jeder im Lauf seines Lebens entwickelt, ob privat oder beruflich. Werden diese Erfahrungen erinnert, unterstützt das Gefühl stark und stabil mit der jetzigen Situation umgehen zu lernen. Das passiert meist nicht von eben auf jetzt, sondern braucht ein paar Tage. Das Erinnern der eigenen Krisenkompetenz kann ein Weg sein, ebenso wie das Entdecken von Mustern und Zusammenhängen (solange man es lösungsorientiert betrachtet): Was könnte der „gute Grund“ sein, dass das im Moment passiert? Welche Entwicklungs-Chancen stecken für uns in dieser Situation? Für die Entwicklung des Teams oder Bereichs ist es ebenso spannend zu beobachten, welche gesetzten Werte durch die Krise überprüft und ggf. weiterentwickelt werden wollen. Zusammenhalt und die Achtsamkeit füreinander nehmen zum Beispiel im Moment in den Unternehmen und gesellschaftlich ganz neue Formen an.

STÄRKENDE KRISENKOMMUNIKATION

Die Führungskommunikation hat in Krisenzeiten einen deutlich stärkeren Wirkungsgrad als im „normalen“ Unternehmensalltag. Krisen machen etwas mit Menschen, sie werden einengend und von einigen bedrohlich, von anderen auch positiv erlebt, je nach innerer Haltung und Resilienz. Oft zeigen sich Spannungen und Ängste, Tunnelmodus oder Panik. Dem entgegen zu wirken und einen Rahmen zu schaffen, der trotz Ungewissheit und Spontanmodus Sicherheit und Orientierung bietet ist (eine durchaus herausfordernde Aufgabe) von Führung.

Eine sinnvolle Krisenkommunikation beinhaltet:

  • Eine persönliche Ansprache und Schilderung der Dringlichkeit der aktuellen Situation mit Bezugnahme auf die Belange der Mitarbeitenden
  • Die wichtigsten Entscheidungen und Rahmenbedingungen für die momentane Zusammenarbeit, ggf. erforderliche aktuelle Spielregeln
  • Das Aufzeigen von Zusammenhängen/Auswirkungen/Hintergründen von Entscheidungen, die zum besseren Verständnis helfen
  • Keine separierenden Formulierungen (Führungskräfte/Mitarbeiter), sondern die Botschaft, dass diese Situation nur gemeinsam und mit Hilfe Aller gemeistert werden kann
  • Der Zuspruch oder die Zuversicht, dass dies schaffbar ist –natürlich nur, wenn dies tatsächlich möglich ist

Achten Sie auf Sprache, denn nichts ist ansteckender als zuspitzende/extreme Formulierungen. Mit der Art Ihrer Sprache können Sie die Haltung der Menschen in Ihrem Unternehmen positiv fördern oder negativ anstacheln. Auch Verschönerungen bringen hier nicht weiter, die echte Realität wird sowieso bemerkt. Wenn Sie glaubwürdig bleiben wollen, bleiben Sie ehrlich und transparent.

Mehr zur Krisendynamik finden Sie im Artikel: Ein Perspektivwechsel: In jeder Krise stecken Chancen

Unsere Ausbildung zum Thema Führung und Krisenkompetenz startet (voraussichtlich) im Mai: hier finden Sie weitere Informationen.

Sollten Sie ein Sparring, ob persönlich oder telefonisch/per Skype benötigen, kontaktieren Sie uns gerne.

 

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