Category: Komplexität

23
Okt

“Ich mach‘ mir die Welt … wie sie mir gefällt“. Oder besser: wie ich sie WAHRNEHMEN kann.

Wahrnehmungsfilter und dessen Bedeutung im Führungsalltag

Wie viele von den 4 Mrd. Reizen pro Sekunde, die auf jeden von uns einprasseln, nehmen Sie wahr? Wie wird das entschieden? Und anhand welcher Kriterien? Und was hat das mit Ihrer Führungsarbeit zu tun?

Gar nicht wenig. Wir halten den reflektierten Umgang mit Ihrem individuellen Wahrnehmungsfilter für elementares Wissen für Ihre Führungspraxis.

Die Art, wie Sie wahrnehmen steuert Ihre Entscheidungen und Ihren Blick auf Situationen in der Zusammenarbeit. Konflikte beruhen oftmals darauf, dass wir unterschiedliche Erwartungen an Situationen und auch unterschiedliche Wirklichkeitskonstruktionen haben. Jeder denkt  für sich, dass das, was er sieht, auch sein Gegenüber so sehen muss. Prallen diese unterschiedlichen Wirklichkeiten aufeinander, kann es zu  Handlungen kommen, die das Gegenüber möglicherweise missinterpretiert. Auch in politisch so aufgeheizten Zeiten sollten wir nicht die Unterschiedlichkeit unserer mentalen Landkarten vergessen, die aufgrund unserer bewusst und unbewusst gesetzten Filter entstehen.

Was wir wahrnehmen wird durch unser bisheriges Leben geprägt. Unsere Erfahrungen entscheiden, welche Bedeutungen wir den wahrgenommenen Reizen geben und auch welche Annahmen wir treffen und Schlussfolgerungen wir daraus ziehen. Das alles passiert in Bruchteilen von Sekunden in unserem Gehirn. Von außen zu beobachten ist jedoch nur unsere Handlung, die als Resultat dieses Filter- und Konstruktionsprozesses, sichtbar wird.

Wahrnehmungsfilter sind Fluch und Segen zugleich

Aus unserer Umwelt erhalten wir pro Sekunde 12 Millionen Bits an Informationen. Davon schaffen es maximal 40 Bits in unser Bewusstsein. Von den 12 Millionen Bits an Informationen kommen 10 Mio. über das Sehen, 1 Mio. über das Hören und der Rest über das Riechen, Schmecken und Fühlen.

Unser Wahrnehmungsfilter schützt uns vor Reizüberflutung. Allerdings entscheidet er auch darüber, was zu uns durchkommt und was nicht. Dieser Funktion sollten wir uns bewusst sein.

Was passiert eigentlich genau in unserem Gehirn im Prozess der Wahrnehmung?

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02
Dez

Überdosis an Strukturierung und Meetings in Organisationen

Warum versuchen viele Unternehmen die Dynamik der VUCA World mit noch mehr Regeln und Formalien zu bewältigen?

Als Organisationsberater und Coaches kriegen wir mit, wie Unternehmen aktuell mit der Dynamik der sogenannten VUCA-World (Volatility, Uncertainty, Complexity, Ambiguity) umgehen. Dabei fällt auf, dass viele Organisationen versuchen die wachsenden Anforderungen der Umwelt über Optimierung und Weiterentwicklung der Regeln, Strukturen und Prozesse zu bewältigen. Aus unserer Erfahrung heraus wäre in diesem Fall sinnvoll, neben einer Strukturierung, vor allem auch die gemeinsame Haltung und die Kommunikation in den Mittelpunkt zu stellen, um die Organisation von innen heraus durch die Stärkung des Miteinanders zu stabilisieren. Denn nur wer als Unternehmen ein starkes Fundament besitzt, schafft es in Zeiten disruptiver Veränderungen stabil zu stehen.

Lars Vollmer, ein Berater-Kollege, hat sich genau mit diesem Thema auseinander gesetzt und ein Buch darüber geschrieben, das wir sehr treffend und erfrischend finden, wenn auch an der ein oder anderen Stelle etwas zynisch. Das Buch heißt „Zurück an die Arbeit – Wie aus Business-Theatern wieder echte Unternehmen werden“. Wir wollen in diesem Artikel ein paar seiner Punkte, angereichert mit unseren Gedanken, mit Ihnen teilen.

Innenwelt der Organisation und Umwelt müssen wieder zusammenpassen

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10
Okt

Führungskräfteentwicklung ohne Wirkung?

Woran Führungskräfteentwicklung bisher oft scheitert und nach welchen Prinzipien eine erfolgreiche Führungskräfteentwicklung für die Organisation von morgen funktioniert.

Die Unternehmensberatung Deloitte hat eine Befragung von Führungskräften und HR Verantwortlichen durchgeführt, welche aufzeigt, wo die Schwierigkeiten in der aktuellen Führungskräfteentwicklung in Unternehmen liegen. Demnach stehen Führungskräfte in 2016 vor der Herausforderung,  Organisationen verstärkt team-zentriert zu gestalten*. Der neue Modus von Organisationen ist laut der Studie ein „Netzwerk von Teams, welche von Empowerment, starker Kommunikation und schnellen Informationsflüssen geprägt sind“*.

Leadership beginnt mit Selbstreflexion und Beziehungsfähigkeit

Für Unternehmen bedeute das, dass es einen höheren Bedarf an Leadern gibt, die Menschen auf allen Leveln mit hoher Diversität führen können. Und Führungskräfte müssen selbst auch stärker im Führungsteam agieren und lernen, im Team Probleme zu lösen und Entscheidungen zu treffen. Führungskräfte ziehen ihre Wirkung nicht mehr nur aufgrund ihrer Position und Macht in der Hierarchie, sondern benötigen neue Kompetenzen, die eine hohe Selbstreflexion und Beziehungsfähigkeit erfordern.
Deloitte führt weiter aus, dass ganze 89% der befragten Verantwortlichen aus Business und HR antworteten, dass es einen hohen Bedarf gäbe, Führungskompetenz zu verbessern. Nur 8%  sagten, dass Führung in ihrem Unternehmen sehr effektiv ist.*
Ursache dieser Situation ist, dass Führungskräfteentwicklungsprogramme oft immer noch klassisch seminarorientiert angelegt sind und Grundlagen hierarchischer Organisationen vermitteln, die es heute nicht mehr braucht. Hohe Summen an Investment werden jährlich getätigt, um Führungskräfte auszubilden, die scheinbar den Anforderungen des aktuellen Marktes trotzdem nur bedingt genügen.

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06
Aug

„Stellen Sie sich vor, es ist Change und alle machen mit“

Wie wirksam gestalten Sie in Ihrem Unternehmen Change Prozesse?

Viele Unternehmen konzentrieren sich derzeit aufgrund von Stakeholder- und Marktanforderungen auf die Erreichung kurzfristiger Ergebnisse, was zur Folge hat, dass Führung primär als Management gelebt wird. Der Fokus liegt auf Strategieumsetzung und Zielerreichung, Prozessoptimierung und Weitergabe von Information, nicht aber darauf, erforderliche Change Kompetenz der Führungskräfte aktiv zu fördern.
Kulturentwicklung wird unter diesen kurzfristig orientierten Bedingungen oftmals als „zu soft“ und nicht zielführend angesehen, da sie nicht schnell genug sichtbare Wirkung erzielt. Der direkte Zusammenhang zwischen Strategieentwicklung und Kulturentwicklung wird so manches Mal übersehen. Kulturveränderung wird daher gerne an die Personalentwicklung delegiert, in einigen Großveranstaltungen bunt und fröhlich inszeniert. Alles leider ohne die gewünschte Wirksamkeit. Vergessen wird dabei: Kulturentwicklung dient einzig und allein einem Zweck: Orientierung zu schaffen, um ein Verhalten zu forcieren, das für die Zielerreichung notwendig ist.

Schluss mit zähen, unwirksamen Change Prozessen ohne spürbare Kulturveränderung!

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28
Sep

Vertrauen als Schlüssel wertschätzender Führung

„Vertrauen kann man nicht voraussetzen – man kann es nur fördern.“

Dieser Satz kommt uns in Führungskräfteentwicklungen und Teamworkshops immer wieder über die Lippen. Doch dies ist leicht gesagt und schwer getan. Oft erleben wir in unserer Beratungsarbeit Teams, in denen untereinander kein oder nur noch wenig Vertrauen herrscht. Auch erleben wir Führungskräfte in Coaching-Situationen, die ihren Mitarbeitern kein Vertrauen mehr schenken wollen, weil sie zu oft vom Gegenteil enttäuscht wurden. Dies führt meist zu einem Übermaß an Kontrolle, zu erheblichen Spannungen und Reibungsverlusten in der Zusammenarbeit – der Teamoutput leidet.
Doch wie entsteht Vertrauen? Und was führt dazu, dass es schwindet oder gar ganz zerstört wird?

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18
Sep

Die 8 wichtigsten systemischen Fragetechniken für Ihre Führungspraxis

Wer fragt, führt!

„Lerne, dass man niemals eine gute Frage gegen eine Antwort eintauscht.“  (Frei nach Rabbi Nilton Bonder)

Seien Sie Spiegel und Gesprächspartner für Ihre Mitarbeiter

Als Führungskraft besteht ein Großteil Ihrer Aufgabe darin, die passenden Rahmenbedingungen für Ihre Mitarbeiter zu setzen und sie zielgerichtet zu entwickeln und zu fördern. Sicherlich kennen Sie aber auch die Situation, dass  Mitarbeiter mit ihren persönlichen Konflikten Ihre Meetings blockieren und den Gesamtprozess verlangsamen. Wenn Ihnen so etwas begegnet, dann haben sie sich meist festgebissen oder in einer Meinung verrannt. Kein wünschenswerter Zustand, aber oftmals auch Teil des Alltags.
Es ist schwer – fast unmöglich für den Einzelnen, diese zementierten Denkmuster aus eigener Kraft zu verlassen. Dafür brauchen Sie einen Spiegel und Gesprächspartner. In situativen Feedback- oder turnusmäßigen Mitarbeitergesprächen können Sie Ihrem Mitarbeiter helfen sich aus der Problemverhaftung zu befreien und in die konstruktive Lösung zu führen.
Probleme kann man nicht immer nur aus der Welt schaffen, indem wir über die Probleme sprechen, sondern eher indem wir die Perspektiven erweitern und den Lösungsraum damit vergrößern!

Wir möchten Ihnen im folgenden Artikel systemische Perspektiven und ganz konkrete Fragetechniken an die Hand geben, die Ihnen helfen können, wieder einen fließenden Prozess herzustellen.

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23
Apr

Handwerkszeug für Ihre Führungspraxis: Umgang mit Polaritäten

Polaritäten als Motor für Organisations-Veränderungen: Gegensätze produktiv in Reibung bringen

Navigieren in Spannungsfeldern ist für Sie als Führungskraft wahrscheinlich normaler Alltagszustand. In unserer Beratungsarbeit erleben wir Führungskräfte, die häufig in komplexen und wenig durchschaubaren Situationen schwierige Entscheidungen zu treffen haben. Meist wird dies als permanenter Drahtseilakt erlebt.

Zentralisierung oder dezentrale Einheiten stärken? Das Kerngeschäft weiter ausbauen und daran gemessen werden oder risikofreudiges Verhalten und Vorstoßen in ganz neue Märkte? Mitarbeitern großzügig Freiräume gewähren oder klares Steuern und konsequentes Führen? Beides geht meist nicht zeitgleich zusammen. Entscheidet man sich für das Eine, stellt man das Andere in den Schatten.

Um Organisationen gut aufgestellt mit klugen Entscheidungen in die Zukunft zu führen, gilt es sich vom Mythos der Eindeutigkeit zu verabschieden, um einen  guten  Umgang  mit  Widersprüchen  und  Ambivalenzen  zu  pflegen.

Dieses Thema haben wir in diesem Artikel für Ihre Führungspraxis aufbereitet, um Ihnen aufzuzeigen, wie man Polaritäten vom Unbewußten auf die sichtbare Bühne holt. Und wie es gelingen kann, Gegensätzliches in einen produktiven Austausch zu bringen. Denn Spannungsfelder enthalten kreatives Potenzial – gerade in kniffligen Entscheidungsprozessen.

Was ist mit Polaritäten gemeint?

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23
Jun

Change Management Projekte in der Schieflage – Intelligente Interventionen

Sie haben das Gefühl Ihr Change Management Projekt geht nicht voran? Was können Sie als interner Change Begleiter oder Change Berater dagegen unternehmen?

Wir haben viele Rückmeldungen zu unserem letzten Artikel  “Stellen Sie sich vor, es ist Change und alle machen mit!“ erhalten und freuen uns immer wieder über lebendige Diskussionen. Eine Rückmeldung war: „Ein schönes Zukunftsbild, was Ihr da malt, dieses hat mit der internen Realität aber nicht viel zu tun. Bei uns hapert es meistens bereits am ersten Schritt – der Unterstützung des oberen Führungskreises zu Change Management Vorhaben – speziell im Thema begleitende Kulturentwicklung.“ Sowie: „Change Projekte sind bei uns oft schon von Beginn an falsch aufgehangen. Als interne Begleiter stecken wir viel Ressourcen und Energien in die Umsetzung des Changes und merken zum Schluss, dass sie wenig Wirkung und wirkliche Veränderung zeigen.“

Daher dreht sich dieser Artikel um die Frage, welche intelligenten Interventionsmöglichkeiten Sie in der Rolle als interne Berater wie Begleiter von Change Projekten – ob als Personalentwickler, Business Partner oder Führungskraft haben, wenn Sie merken, dass Change Projekte bereits am Anfang in die Schieflage geraten.

Woran erkenne ich überhaupt, dass sich ein Change Management Projekt in Schieflage befindet?
  • Das Change Management Projekt scheint wahnsinnig wichtig, wurde extrem schnell in die Wege geleitet, es gibt aber keine Ressourcen dafür und niemand im Top-Management fühlt sich verantwortlich.
  • Der Auftrag für das Change Mangement Projekt ist und bleibt unklar und nirgends schriftlich formuliert. Das Gefühl kommt auf, im Nebel zu stochern und zu „strampeln“ ohne wirklich vorwärts zu kommen.
  • Die eigene Energiebilanz stimmt nicht mehr. Es wird viel geleistet, ohne etwas zu bewirken.
  • In Workshops beteiligen sich alle rege, danach passiert aber nichts. Obwohl Aktionspläne vereinbart wurden, setzt niemand die Maßnahmen um.
  • Die Führungskräfte sind nur halbherzig dabei ohne vom Sinn des Ganzen überzeugt zu sein.
  • Es wird viel missionarische Energie in die Werbung für das Change Management Projekt gesteckt – es entsteht Zuspruch, aber keine aktive Unterstützung.
Die intelligenten 7: Sieben mögliche Interventionen

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22
Okt

„Wer hat hier eigentlich die Verantwortung?“ – was brauchen Unternehmen für eine gesunde Verantwortungskultur.

Klarheit in der Verantwortung schafft Klarheit in der Zusammenarbeit

Sicherlich kennen Sie die Situation, von einem Kollegen überraschend damit konfrontiert zu werden, dass dies oder jenes noch nicht erledigt ist, wovon Sie gar nicht wussten, dass Sie dafür zuständig sind. Oder den Moment im Meeting in dem auf einmal alle bedächtig auf den Boden schauen,  wenn neue Aufgaben verteilt werden, für die niemand zuständig sein will.

In Zeiten von Burn-Out und zunehmender Überlastungs-Phänomene in Teams und ganzen Organisationen stellt sich mehr denn je die Frage: Wie gelingt es, einen guten und gesunden Umgang mit Verantwortung zu erreichen – persönlich genauso wie in ganzen Organisationen.

Ein bewusster Umgang mit Verantwortung ist einer der Schlüssel, um Überlastung vorzubeugen.

Geklärte Verantwortung trägt dazu bei, dass Entscheidungs- und Arbeitsprozesse in Bereichen und Teams effizient stattfinden können, dass Führungskräfte und Mitarbeiter ihre Rollen erfolgreich wahrnehmen und ihren Aufgabenbereich ausfüllen können.

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