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13
Feb

Reife in der Unternehmensführung durch intelligente Verzahnung von Führungskräfte- und Unternehmensentwicklung

Reife Unternehmen entstehen durch Reife in der Führung. Reife Führung heißt nicht zwangsläufig die Jahre an Erfahrung, sondern Reflexionsbereitschaft, Verhaltensflexibilität und die Fähigkeit in Resonanz mit dem Umfeld zu sein. Klassische Führungskräfteprogramme zielen in der Regel immer noch auf Methodenwissen ab. In komplexen und digitalen Zeiten reicht das nicht aus. Vielmehr geht es um eine neue Rolle und Haltung von Führung, um den unternehmerischen Herausforderungen gerecht zu werden.
Als Berater und Coaches begleiten wir seit Jahren Führungskräfte und Unternehmen in Entwicklungsprozessen, bauen gemeinsam mit HR-Verantwortlichen wirksame Führungsprogramme auf und setzen diese um. Im Folgenden wollen wir unsere Erfahrungen teilen und Tipps geben, wie Sie wirksame Führungskräfteentwicklungsprogramme (FKE genannt) etablieren, die Führung professionell begleitet und eine Verzahnung von persönlicher Entwicklung und Unternehmensentwicklung sicherstellt.

Synchrones Wachstum von Persönlichkeit und Unternehmen.

Führung lernt man nicht in der Theorie und ebenso wenig in Methoden. Führung beweist sich im – meist durchaus komplexen – Führungsalltag: in schwierigen Konfliktsituationen, wenn Teams blockieren und nicht mehr weiter wissen. Wenn es gilt, Ungewissheit auszuhalten oder unbequeme Veränderungen umzusetzen.
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11
Dez

In Verbindung bringen, was nicht länger getrennt gehört: Coaching und Sparring als wirksames Duo in der Begleitung von Führungskräften

Coaching ist in aller Munde. Vor allem junge Führungskräfte nutzen diesen wirkungsvollen Begleitprozess bereits ganz selbstverständlich und ohne Scham. Im Gegenteil: für sie gehört es zum Repertoire persönlichen Wachstums, sich coachen zu lassen. Sparring hingegen ist in der Arbeitswelt noch nicht so klar konnotiert. Wir wollen an dieser Stelle für Begriffsklarheit sorgen und Ihnen aus unserer Praxiserfahrung berichten, warum gerade die Kombination aus Sparring und Coaching für Verantwortliche so wirkungsvoll sein kann.

COACHING: Gewinnung von mehr Verhaltensflexibilität und eigener Bewusstheit

Was ist Coaching? Coaching ist ein externer Spiegel. Ein Coach stellt Fragen, hält den Raum für persönliche Klärung und reflektiert mit Ihnen Situationen und innere Muster. Oftmals geht es darum Glaubenssätze zu beleuchten und neue Perspektiven und Lösungen zu entwickeln, um auch für kritische Situationen gut gerüstet zu sein.
Ergebnis ist ein stärkeres Bewusstsein der eigenen Wirkung, von Stärken und Schwächen sowie der inneren Haltung zu gewissen Themen, das Spüren förderlicher und hinderlicher Verhaltensmuster und persönlicher Triggerpunkte in alltäglichen Führungssituationen.
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14
Nov

ZUKUNFTSFÄHIG FÜHREN – Eine bedarfsorientierte Führungskräfteausbildung für den Mittelstand in drei Modulen

Worum geht es?

Führung will gelernt sein, doch die Zeit klassischer Führungsinstrumente ist längst vorbei. Unternehmen von heute – und gerade KMUs sind permanent mit Veränderungen konfrontiert. Dies erzeugt Ungewissheit und fordert Führungskräfte in ihrer Rolle als starke Kommunikatoren, die sicher und souverän mit Konflikten umgehen, innerlich klar sind und Veränderungen souverän meistern.

Auf Basis der Anforderungen von Markt und zukünftigen Zielgruppen bieten wir eine bedarfsorientierte, schlanke Führungskräfteausbildung für den Mittelstand an. Von uns lernen Sie keine alten Führungsmethoden – bei uns geht es um Persönlichkeitsentwicklung durch Führungscoaching. Wir setzen an bei höchstmöglicher Verhaltensflexibilität, Reflexion und Stärkung durch Spiegelung aus verschiedenen Perspektiven – persönliches Wachstum inbegriffen.

Mögliche Anlässe:

  • UMSTRUKTURIERUNG – Entlassungen, Change
  • ÜBERLASTUNG – im Team, als Führungskraft
  • UMBRÜCHE – Kündigungen, Konflikte
  • UNKLARHEITEN – Prozesse, Kommunikation
  • NEUE ROLLE – als Führungskraft
  • NEW GENERATION – Erwartungen, Ansprüche

Modul 1

FÜHRUNGSFOKUS

  • Wie wirke ich auf Andere?
  • Was ist mein persönlicher Fingerabdruck als Führungskraft?
  • Wie richte ich mich aus als Führungskraft?
  • Was ändert sich an meiner Rolle als Führungskraft durch zukünftige Generationen?

Modul 2

ZWISCHENMENSCHLICHES

  • Wie löse ich Konflikte?
  • Wie gebe ich sinnvoll Feedback und schaffe Vertrauen?
  • Wie kann ich gut kommunizieren?

Modul 3

KRISEN- UND VERÄNDERUNGSKOMPETENZ

  • Wie steuere ich mich/meine Organisation in der Krise/im Change?
  • Wie kommuniziere und reflektiere ich in der Krise/Veränderung?
  • Wie bringe ich in stürmischen Zeiten Ruhe ins Team?

Unser Vorgehen:

  • Coachender Ansatz
  • Erweiterung des Verhaltensrepertoires
  • Vernetzung und Lernen von Anderen
  • Zielgerichtete Inputs
  • Eigene Fallbearbeitung
  • Spiegelung mehrperspektivisch und systemisch fundiert

Die Module finden in Berlin und Heidelberg mit bis zu 15 Teilnehmern statt und werden von zwei systemischen Coaches (Marion Winners und Silke Reinhardt) durchgeführt.

TERMINE IN BERLIN:

26./27.03.20
11./12.06.20
27./28.08.20

TERMINE IN HEIDELBERG:

07./08.05.20
18./19.06.20
16./17.07.20

Der Preis beträgt 1.500 EUR pro Modul.

Kontaktieren Sie uns gerne per Telefon oder Mail, falls Sie weitere Informationen oder Beratung benötigen.

Vielleicht interessiert Sie auch unsere Reihe der Berliner Organisationsaufstellungstage für Unternehmer, die im Januar beginnt.

 

Photocredit: Yusuf Evli, unsplash

29
Okt

„Ein Grashalm wächst nicht schneller, wenn man daran zieht“ – Entwicklungsprozesse brauchen ihre Zeit.

Entwicklung ist so verschieden, wie Menschen unterschiedlich sind. Jeder Entwicklungsprozess – ob persönliche oder organisationale Entwicklung – hat einen eigenen Charakter, eigene Dynamiken und Muster. Letztens sagte mir ein Coachee in der Reflexion einer Sitzung „Wenn ich von ganz weit oben drauf schaue, ergibt alles einen tieferen Sinn, warum die Dinge hier im Moment so passieren.“

Nichts vom Reißbrett

Veränderungsprozesse verlaufen nicht so, wie unser Kopf sie gern hätte: sauber geplant, am Reißbrett entworfen und dann tritt exakt das gewünschte Ergebnis ein. Die Realität, in der sich diejenigen wiederfinden, die sich persönlicher oder organisationaler Entwicklung stellen, ist oft so: Mal ist alles im Flow und läuft wie von selbst, mal steckt man völlig in der Blockade und hat das Gefühl nichts geht voran, mal ist gefühltes Chaos und dann wieder geht es Richtung Ziel. Das Zurückfallen gehört genauso dazu, wie das Nachvornegehen.

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19
Sep

Avenue in neuem Gewand

Vielleicht haben Sie es bereits bemerkt: Avenue hat ein neues Gewand bekommen.

Als Ergebnis des Verwandlungsprozesses, den wir in den letzten Jahren durchlaufen haben, hat sich nun auch das äußere Gesicht von Avenue verändert: reduziert auf das Wesentliche, in neuer Farbe und Klarheit. Da bei uns der Weg meist vom Innen ins Außen führt, sind wir erst durch die Transformation gegangen, um dann auch unser Logo anzupassen.

Inhaltlich gehen wir unseren Weg weiter und sind dankbar über soviel gute Resonanz in der reflektierenden Arbeit mit Führungskräften und Führungsteams.
Das Sparring von Geschäftsführungen und Führungskräften, wirksame Formate der Führungskräfteentwicklung, sowie unternehmensinterne Veränderungsbegleitung bleiben Kern unserer Arbeit.
Neue systemische Formate wie Organisationsaufstellungen und Persönlichkeitsentwicklung durch Selbsterfahrungen ergänzen und vertiefen unser Repertoire.

Um Führung auf die Anforderungen von morgen vorzubereiten, führt bei uns der Weg über Selbstreflexion. Ob Agilität oder Digitalisierung: um neue Formen von Organisationen wirksam zu etablieren, braucht es bewusstes Verhalten und diese Verhaltensveränderung beginnt in der Führung. Organisationen, die sich wandeln sollen, brauchen entwicklungsfähige Menschen. Diesen Weg der Entwicklung zu begleiten, macht uns unheimlich Freude und erfüllt uns mit Stolz, wenn wir sehen, wie es wirksam gelingt.

Sind Sie neugierig geworden?

Am 27./28.01.20 startet unsere neue Reihe der Berliner Organisationsaufstellungstage für Unternehmer.

Ob Neuausrichtung des Unternehmens oder von Bereichen, Klärung Ihrer Führungsrolle, Supervision typischer Muster und Konfliktdynamiken – dieses Workshopformat bietet Ihnen den Raum unter erfahrener Begleitung, individuelle unternehmerische Anliegen in vertrauensvoller Atmosphäre zu klären, sich zu sortieren und mit frischen Perspektiven ins neue Jahr zu starten. Durch systemische Aufstellungsarbeit lernen Sie die Zusammenhänge und den Kontext Ihres System tiefer kennen. Mögliche Szenarien und Lösungsideen werden aufgedeckt und erstes Probehandeln findet statt ohne die direkten Auswirkungen im Unternehmen zu haben.
Der Auftakt dieser Reihe findet in Berlinnähe statt – die entspannte Umgebung unterstützt Sie darin, den Kopf freizumachen und Raum für neue Perspektiven zu schaffen.

Wenn Sie Freude an tieferer Reflexion haben, sind Sie hier richtig. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.

Rufen Sie uns bei Fragen gerne an unter 030-269592-00 oder mailen Sie uns an info @avenue.de.

 

Photo credit: Aaron Burden, unsplash

15
Aug

Wenn Scheitern vorprogrammiert ist: eine Prophylaxe, um als Führungskraft nicht aus der Spur zu geraten

Sie kennen es vielleicht – wenn Führungskräfte in Krisen stecken: sich entweder zurückziehen, keine Entscheidungen mehr treffen und verzweifelt im Nichtstun ausharren. Oder das gegenteilige Verhalten: emotional ausbrechen, brüllen, abwerten und durch permanenten Ad-hoc-Modus kein strategisches Handeln für Mitarbeiter mehr möglich machen. Beide Muster bieten keinen Weg aus der Krise, sondern vertiefen die Krisendynamik und führen irgendwann ins Aus. In solchen Momenten schießen dem Beobachter schnell Wertungen in den Kopf, von inkompetent bis führungsunfähig. Doch dieses Verhalten ist zutiefst menschlich und hat seine Ursachen.

Die Führungsforschung befasst sich seit vielen Jahren mit dem Thema Management Derailment, was so viel bedeutet wie Entgleisung der Führungskräfte und für viele das Ende der Karriere mit sich bringt. Wir haben uns in unserem Blog bisher viel mit der Stärkung von Führung beschäftigt und der Weiterentwicklung von Profil und Persönlichkeit als Führungskraft. Derailmenteffekte beschreiben die Schattenseite von Führung und sind daher wichtig zu kennen, da nur die Selbstreflexion solchen Phänomenen frühzeitig vorbeugen kann.

Was zur Entgleisung führt

„Im normalen Zustand dieses Nervensystems körperschaftlich organisierter Unternehmen werden deutlich absehbare Unternehmenszusammenbrüche von den zuständigen Unternehmensorganen erst dann wahrgenommen, wenn die Katastrophe nicht mehr aufzuhalten ist. Dann geraten die Verantwortlichen plötzlich ins Schwimmen, nachdem sie vorher auf dem Wasser gegangen sind.“  So beschreibt Sebastian Hakelmacher das Phänomen, wenn Führung ins Wanken gerät und Scheitern nicht mehr aufzuhalten ist. (1)

Hervorgerufen wird dieses Scheitern durch wiederholtes, systematisches Handeln oder Nichthandeln, das zu gravierenden Misserfolgen führt, wie zum Beispiel dem Nichterreichen wichtiger Ziele, dem Verursachen finanzieller Schäden, dem Zerstören von Arbeitsstrukturen oder dem Untergraben der Motivation, des Wohlbefindens und der Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiter. (2)

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27
Jun

Angst vor Konflikten? Wie Sie als Führungskraft sicher in Teamkonflikten navigieren.

Je unterschiedlicher ein Team ist, desto schneller sind Konflikte vorprogrammiert. Auf dem Weg zur erfolgreichen Teamarbeit durchlaufen Teams Phasen, in denen es auch mal stürmt und unterschiedliche Erwartungen und Bedürfnisse aufeinanderprallen. Je nach Verhaltenstyp der Führungskraft wird der ein oder andere hier nervös oder unsicher, ab wann ein Eingreifen notwendig wird.

Konflikte sind Ausdruck von Vielfalt

Konflikte bieten für die Führungskraft die Chance einen Blick für die Zusammenhänge zu bekommen und unterschiedliche Bedürfnisse im Team überhaupt zu erkennen. Wenn alles immer reibungslos läuft, kann es sein, dass sich nicht alle wirklich zeigen und voll einbringen. Ein reinigendes Gewitter kann gut sein, um Beziehungen und Rollen zu klären oder Diskussionen anzuregen, darüber was in der gemeinsamen Arbeit wesentlich ist. Von Beginn an auf eine gute Konfliktkultur zu achten und dafür zu sorgen, dass Störungen nicht auf die Ebene persönlicher Abwertungen rutschen, ist dabei sehr wichtig.

Nicht jede Auseinandersetzung ist ein Konflikt.

Vom Konflikt sprechen wir erst dann, wenn mindestens zwei Parteien sich in einem Spannungsfeld befinden, belastende Gefühle im Spiel sind, die Tendenz zur Eskalation besteht und Lösungsdruck herrscht. Dann gilt es für Sie als Führungskraft schnell hinzuschauen und mit den Konfliktparteien Interventionen zu entwickeln.

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04
Jun

Ob VUCA-World, Agilität oder Digitalisierung – ohne klare Haltung keine Transformation

Was in der Führung zählt ist die Haltung – und zwar eine glaubwürdige und standfeste. Fähnchen im Wind erzeugen meist nicht, dass man ihnen folgt. Das Thema Wandel ist in den Unternehmen alltäglich. Manchmal sieht es von außen aus, als würden Wellen geritten mit dem, was gerade „in“ ist. Ob Agilität, Digitalisierung oder neue Arbeitswelt – was aus unserer Sicht zählt ist nicht, was gerade innovativ klingt, sondern was zum Reifegrad der Organisation und den externen Anforderungen wirklich passt.

Eine Veränderung, der keiner folgt, ist keine Veränderung.

Umso mehr Veränderungen in kurzer Zeit wellenartig durch eine Organisation getragen werden, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Starre und Angst anstelle der gewünschten Mobilisierung entstehen. Je dichter die Veränderungsprojekte aufeinander folgen, desto wichtiger ist eine klare Haltung der Führungskräfte. Denn Haltung erzeugt Sicherheit in unsicheren Zeiten. Daher ist der Blick auf die eigene Haltung in veränderungsintensiven Zeiten für Führungskräfte so wichtig. Mit der eigenen Haltung strahlt jeder körpersprachlich, in Worten und in Taten aus, was er oder sie wirklich zu anstehenden Veränderungsmaßnahmen denkt. Über Haltung kann Identifikation der Mitarbeiter mit der Veränderung entstehen – oder eben Ablehnung, je nachdem, was Sie ausstrahlen.

Haltung = innere Grundeinstellung, die Denken und Handeln prägt

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30
Apr

Organisationssysteme erfahrbar machen und tiefgreifend verändern durch systemische Organisationsaufstellung

 

Wenn mehr vom Selben nicht weiterhilft

Oft wird in Führungsteams viel Zeit und Diskussionselan verwendet, um tief greifende Entscheidungen für zukünftige Konstellationen zu treffen.

Aus unserer Erfahrung und den Rückmeldungen, die wir von unseren Kunden erhalten, ist systemische Aufstellungsarbeit ein hochwirksamer Weg, um für komplexe Problemstellungen neue Perspektiven zu bekommen.

Organisationsaufstellungen bieten die Möglichkeit räumlicher Experimente, um Entscheidungen vorzubereiten oder Dynamiken und Konflikte in Organisationen zu erkennen und mögliche Lösungen zu entwickeln. Probehandeln wird hier möglich, ohne direkt die realen Auswirkungen der Entscheidungen in der Organisation zu haben. Wenn zum Beispiel Teams oder Entscheidungen in der Blockade fest stecken und sich nichts nach vorn bewegen will, kann durch Aufstellungsarbeit neue Bewegung ins System kommen und die Ursachen der Blockade sichtbar werden.

Was passiert in der systemischen Aufstellungsarbeit?

Einer der Vertreter des Systems (und meist der, der das größte Interesse an der Lösung des Problems hat) stellt sein inneres Bild und seine Wahrnehmung der Problematik, nutzt dafür die im Raum anwesenden Menschen als Stellvertreter und positioniert diese im Raum. Dadurch wird das wahrgenommene Problem- und Beziehungsgefüge sichtbar und für die Stellvertreter auch fühlbar.

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27
Feb

Schöne Scheinwelten. Über den Mut zum Blick hinter die Fassade.

“Nichts bewahrt uns so gründlich vor Illusionen wie ein Blick in den Spiegel.”, so Aldous Huxley. Scheinwelten – wie sie entstehen, welchen Nutzen sie haben und wie sie durchbrochen werden können, erfahren Sie in diesem Artikel.

Mit Scheinwelten sind Welten gemeint, in denen das, was man sieht, nicht mit dem übereinstimmt, was wirklich passiert. Man kann es auch Illusionen nennen oder Inszenierungen. Spürbar wird diese Fassade meist mit dem Bauchgefühl „hier stimmt etwas nicht“. Ein Störgefühl stellt sich ein. Systemisch gesehen ist dies ein völlig normales Phänomen. Wahrnehmung ist nie ein Abbild der Realität, sondern immer das Ergebnis individueller Wirklichkeitskonstruktion, wie Paul Watzlawik es formulierte. Im Fall von Scheinwelten werden Teile der Wirklichkeit ausgeblendet, etwas liegt im Verborgenen und soll nicht an die Oberfläche gelangen.

Zwei Beispiele:

  1. Kennen Sie das, wenn im Teamworkshop auf einmal „alles in Ordnung ist“ und sich alle wahnsinnig mögen, obwohl sie vorher noch übereinander hergefallen sind und nur wenig gut war. Oft sollen Konflikte aus Angst vor Konfrontation oder möglichen Konsequenzen ausgeblendet bleiben.
  2. Neu eingeführte Prozesse und Abläufe, die immer dann (bzw. nur dann) gelebt werden, wenn „höherer Besuch“ sich ankündigt. Geht dieser wieder, bleibt alles beim Alten. Es stellt sich ein Gefühl ein, dass hier ein Spiel gespielt wird und versteckt werden soll, was wirklich passiert.

Das Versteckspiel hat durchaus seinen Sinn und führt vor allem zu Stabilität innerhalb der Komfortzone und einer (begrenzten) Funktionalität.

Logik und Auswirkungen von „So-tun-als-ob“-Welten

Scheinwelten produzieren in sich funktionierende, abgegrenzte Systeme mit hoher Eigenlogik, die sich vom Rest der Organisation entkoppeln. Sie produzieren Beipässe in der Organisation. Informell gelebte und formell geplante Organisation passen hier nicht zusammen.

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